Es sind 0 °C in Berlin und ich gehe zum Schwimmen. Mein John Reed ist ca. 100 Meter entfernt. Sehr komfortabel. Kaum eine Minute und ich stehe vor dem stylischen Fitnessstudio. Einladend strahlt mir das Licht aus dem Eingangsbereich entgegen und ich trete ein. Die Wärme des beheizten, luxuriösen Studios empfängt mich. Und wie jedes Mal bekomme ich ein wirklich schlechtes Gefühl.
Mitten im Prenzlauer Berg, in einer Zeit, in der die Klimakrise jeden Tag Thema ist und jeder darüber redet, wie man effizient mit Energie umgeht, steht die Türe dieses Fitnessstudios bei einer Außentemperatur von 0 °C während der gesamten Öffnungszeit von 6:00 Uhr bis 22:00 Uhr offen.
Im Januar 2025 habe ich einen Zweijahresvertrag abgeschlossen. Damals, im Winter, musste ich die Türe noch öffnen, um ins beheizte Innere zu gelangen. Heute erklärt man mir, dass die Türe immer offensteht, weil es einladender ist. Die Kunden wollen das so.
Ich bin auch Kunde und ich möchte das nicht. Ich möchte, dass in beheizten Räumen die Türen nur geöffnet werden, wenn man das Gebäude betritt oder verlässt. Ansonsten sind sie logischerweise geschlossen, wenn es draußen kälter ist als drinnen.
Ich habe weder Lust, mir ein anderes Studio zu suchen, noch einfach diese Dummheit zu akzeptieren. Also habe ich den Ein-Punkt-Plan gefasst … oder besser gesagt, einen Ein-Sterne-Plan. Bei Google Maps versuche ich, die Betreiber auf mein Unverständnis hinzuweisen, bewerte sie mit dieser Rezension und vergebe einen Stern:
„Ein Stern für offene Türen im Winter. Es mag modern sein, doch es ist nicht zeitgemäß. Als bewusster Konsument empfinde ich dies als Mangel an Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen. Beim Einkaufen betrachte ich nicht nur das Produkt, sondern die Wertschöpfung bis zum Verkauf.“
Alle bewussten Konsumenten lade ich ein, es mir gleichzutun. Vielleicht kann man ja etwas damit bewirken.
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